Freitag, 30. Juli 2010
Reflexionslektion
Montag, 26. Juli 2010
Besuch aus der Luft
Mittwoch, 21. Juli 2010
beat gravity
"Wie bei allen Kunstwerken ist es so, dass wir die Schwerkraft besiegen können." (Peter Weibel, Leiter des ZKM)
Dienstag, 20. Juli 2010
Leerstelle
Eine Leerstelle ist also in Relation zu Vergangenheit und Zukunft ein Nicht-Jetzt - wenn man wie wir zweckmäßigerweise davon ausgeht, dass das Jetzt hauptsächlich im Dasein ist und nicht im Nicht-Dasein. Besondere Aufmerksamkeit verdient hierbei die Tatsache, dass, anders als bei Vergangenheit, in Bezug auf die Zukunft das Nicht-Jetzt mit dem Jetzt identisch sein kann, nämlich dann, wenn in der Zukunft das Erwartete wider Erwarten nicht eintritt, die Leerstelle also keine ist. Denn leer wird die Stelle ja erst durch das Fehlen. Wo aber nichts war und nichts wird, fehlt auch nichts, weswegen das Nicht-Jetzt der Stelle nichts anderes ist als ein ewiges Jetzt.
Donnerstag, 17. Juni 2010
17/06
Allen, die sich in dem Glauben schaukeln, heute sei einfach nur Donnerstag, sei in Erinnerung gerufen: Heute ist siebzehnter Juni! 17. Juni - der Tag mit der Straße.
Dienstag, 11. Mai 2010
Toast!
Toastbrot. Was für ein seltsamer Gegenstand. Was für ein komisches Lebensmittel. Geometrisch einwandfrei. Aber sonst? Bestechen die Weizenmehl-Pflanzenfett-Säureregulator-kann-Spuren-von-irgendwas-enthalten-Quadrate mehr durch das, was sie nicht machen: satt. Aber Halt! Ich kann ja wie immer nur von mir aus gehen, alles andere wäre vermessen. Drum muss es heißen: Toastbrot macht mich nicht satt. Toastbrot also macht mich nicht satt.
Warum nicht?
Ich glaube, ich könnte einen ganzen Quader essen und hätte hernach immer noch Hunger. (Ausprobieren will ich es lieber nicht, denn ich fürchte, als Ballon an der Zimmerdecke hängen zu bleiben und schließlich in Ermangelung weiterer Aufstiegsmöglichkeiten unschön zu platzen. Also begnüge ich mich, wenn es doch mal dazu kommt, dass ich Toast statt Brot esse, auf ein sozial und auch sonst verträgliches Maß von sagen wir vier bis sechs Scheiben und denke nicht länger darüber nach, dass das Einzige, was als Geschmackserlebnis ins Bewusstsein dringt, dem Verkohlungsprozess zu verdanken ist.)
Das "Röstaroma" genannte Geschmackserlebnis ist, wie wiki weiß, das Ergebnis einer chemischen Reaktion, der so genannten Maillard-Reaktion.
Dieser nach ihrem Finder benannte Prozess ist eine "nicht-enzymatische Bräunungsreaktion", genauer: eine "komplexe Gesamtheit vieler parallel und nacheinander ablaufender chemischer Reaktionen, die zu einer Vielzahl von Reaktionsprodukten führt, von denen viele noch nicht exakt identifiziert wurden."
Interessant: das Toastbrot als materialisiertes Reaktions-Chaos! Aber gilt das nicht für alle Brote? Ist nicht jedes Backwerk ein mehr oder weniger gelungenes Wunderwerk der Verwandlungstechnik? Ich glaube schon. Daran kann es also nicht liegen, dass mich Toastbrot nicht satt macht (auch wenn ich noch soviel davon esse), denn zwei Scheiben Bäckerbrot reichen, um die nächsten drei (musik-losen) bzw. fünf Stunden (mit Musik) satt zu sein. Außerdem hüpfen die nicht immer aus dem Toaster, so dass man erst die Wollmäuse abpusten muss, bevor an Verzehr gedacht werden kann.
Was wiki weiter weiß: "Durch seinen vergleichsweise hohen Eiweißgehalt (Weizenkleber und Milcheiweiß) hat der Teig ein gutes Gashaltevermögen, wodurch das langsam gegarte Brot seine feine Porung erhält." Ob es das ist? Das gute Gashaltevermögen? Ist das gute Gashaltevermögen des Toastbrots verantwortlich dafür, dass man soviel davon essen kann, ohne satt zu werden? Weil man im Grunde in der Hauptsache heiße Luft isst, die natürlich nicht satt machen kann, weil ja im Unterschied etwa zur heißen Luft, die man während des Konzerts der Lieblingsband isst, nichts drin steckt, was überhaupt in der Lage ist, (solche wie mich) satt zu machen?
Interessant wäre weiter, zu erforschen, ob das Sättigungsvermögen eines handelsüblichen Toastbrots steigt, wenn in der Teigproduktionsfabrik sagen wir mal Depeche Mode liefe. Oder Acid Pauli. Oder 13&God, die Teichmann-Brüder, Michaela Mélian oder irgendwas ähnlich Nahrhaftes.
So. Und jetzt? Eine Scheibe Toast vielleicht. Aber dick mit Beats belegt.
Warum nicht?
Ich glaube, ich könnte einen ganzen Quader essen und hätte hernach immer noch Hunger. (Ausprobieren will ich es lieber nicht, denn ich fürchte, als Ballon an der Zimmerdecke hängen zu bleiben und schließlich in Ermangelung weiterer Aufstiegsmöglichkeiten unschön zu platzen. Also begnüge ich mich, wenn es doch mal dazu kommt, dass ich Toast statt Brot esse, auf ein sozial und auch sonst verträgliches Maß von sagen wir vier bis sechs Scheiben und denke nicht länger darüber nach, dass das Einzige, was als Geschmackserlebnis ins Bewusstsein dringt, dem Verkohlungsprozess zu verdanken ist.)
Das "Röstaroma" genannte Geschmackserlebnis ist, wie wiki weiß, das Ergebnis einer chemischen Reaktion, der so genannten Maillard-Reaktion.
Dieser nach ihrem Finder benannte Prozess ist eine "nicht-enzymatische Bräunungsreaktion", genauer: eine "komplexe Gesamtheit vieler parallel und nacheinander ablaufender chemischer Reaktionen, die zu einer Vielzahl von Reaktionsprodukten führt, von denen viele noch nicht exakt identifiziert wurden."
Interessant: das Toastbrot als materialisiertes Reaktions-Chaos! Aber gilt das nicht für alle Brote? Ist nicht jedes Backwerk ein mehr oder weniger gelungenes Wunderwerk der Verwandlungstechnik? Ich glaube schon. Daran kann es also nicht liegen, dass mich Toastbrot nicht satt macht (auch wenn ich noch soviel davon esse), denn zwei Scheiben Bäckerbrot reichen, um die nächsten drei (musik-losen) bzw. fünf Stunden (mit Musik) satt zu sein. Außerdem hüpfen die nicht immer aus dem Toaster, so dass man erst die Wollmäuse abpusten muss, bevor an Verzehr gedacht werden kann.
Was wiki weiter weiß: "Durch seinen vergleichsweise hohen Eiweißgehalt (Weizenkleber und Milcheiweiß) hat der Teig ein gutes Gashaltevermögen, wodurch das langsam gegarte Brot seine feine Porung erhält." Ob es das ist? Das gute Gashaltevermögen? Ist das gute Gashaltevermögen des Toastbrots verantwortlich dafür, dass man soviel davon essen kann, ohne satt zu werden? Weil man im Grunde in der Hauptsache heiße Luft isst, die natürlich nicht satt machen kann, weil ja im Unterschied etwa zur heißen Luft, die man während des Konzerts der Lieblingsband isst, nichts drin steckt, was überhaupt in der Lage ist, (solche wie mich) satt zu machen?
Interessant wäre weiter, zu erforschen, ob das Sättigungsvermögen eines handelsüblichen Toastbrots steigt, wenn in der Teigproduktionsfabrik sagen wir mal Depeche Mode liefe. Oder Acid Pauli. Oder 13&God, die Teichmann-Brüder, Michaela Mélian oder irgendwas ähnlich Nahrhaftes.
So. Und jetzt? Eine Scheibe Toast vielleicht. Aber dick mit Beats belegt.
Donnerstag, 15. April 2010
Die Bässe bleiben
Der Nachbar von unten hat sich beschwert. (Heißen Nachbarn auch Nachbarn, wenn sie nicht nebenan, sondern nebenunter wohnen?) Der Nachbar also hat sich beschwert, d.h., eigentlich hat er sich weniger beschwert als vielmehr freundlich gebeten, und zwar darum, dass ich die Musik leiser stellen möge. Zwar hielt sich die Lautstärke, wie ich finde, in Grenzen. Aber offenbar waren die Bässe so durchdringend, dass man unten Assoziationen von Presslufthammern und ähnlichem Grobgerät hatte. Ich stellte also auf der Stelle leiser und versprach, etwas Schalldämpfendes unterzulegen. (Bisher stehen die Boxen auf blankem Boden.)
Der Rede wert ist das alles aber eigentlich nicht, geschweigedenn der geschriebenen. Was sich dann aber doch lohnt festzuhalten, ist der Satz, den der Nachbar sprach, nachdem wir uns ein wenig über Lautstärke unterhalten hatten und darüber, dass die Bässe irgendwie immer bis weithin durchdringen, auch wenn man die Musik schon gar nicht mehr hört. Der Satz also geht so:
"Auch wenn sich die Musik ändert - die Bässe bleiben."
***
Der Rede wert ist das alles aber eigentlich nicht, geschweigedenn der geschriebenen. Was sich dann aber doch lohnt festzuhalten, ist der Satz, den der Nachbar sprach, nachdem wir uns ein wenig über Lautstärke unterhalten hatten und darüber, dass die Bässe irgendwie immer bis weithin durchdringen, auch wenn man die Musik schon gar nicht mehr hört. Der Satz also geht so:
"Auch wenn sich die Musik ändert - die Bässe bleiben."
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