Sonntag, 21. August 2011

Frei nach Descartes

"Ich denke, ich bin."

Freitag, 19. August 2011

Im Baumarkt.

Seit jeher liebe ich Baumärkte: diese lichten, weiträumigen, nach Holz und Kleber und so weiter smellenden Tempel des immer Neuen, alles Möglichen... direktdemokratische, beinahe schon gerechte Paläste heiterer Betriebsamkeit... Werkhallen mit Plänen, ja Träumen im Kopf. Der Baumarkt ist das Leben in seiner vollen, unbestimmten Pracht! Hier mischen sich Blaumann und Sakko, Handwerk und Kunst, Denken und Handeln, Einbruch und Sicherung, Werkzeug und Mordinstrument. Nie weiß man, wer da vor einem in der Schlange steht: dieser Mann da zum Beispiel - Familienvater im Bastelfieber? Einbrecher auf Fortbildung? Folterknecht? Terrorist? Oder alles zusammen? Wozu braucht ein Mensch solch riesige Sägeblätter? Wozu ein achtteiliges Stahlbürstenset? Extra stabile, blickdichte Müllsäcke? Der Baumarkt sortiert das Chaos in Regalfächer. Chaos bleibt's trotzdem. Aber immerhin irgendwie strukturiert. Diese meine immer schon dae Faszination bzgl. Baumärkten wurde heute noch getoppt: Nicht nur, dass das Sortiment seit meinem letzten Baumarktbesuch um 'Multifunktionsspray' und 'Rasenpflaster' erweitert wurde - nein, man trifft hier auch Leute, die einem vom Laufband aus Kusshände zuwerfen und andere, die einem beim Abschied "viel Zeit" wünschen. Ein Grund mehr, Tanzbein und Spielbein künftig NOCH öfter im Baumarkt auftreten zu lassen.

Montag, 15. August 2011

Kein Witz

Sitz ich im Zug zurück nach Berlin. Schwitzen alle. Kommt der Schaffner und entwertet die Karten. Sag ich zum Schaffner: "Die Klimaanlage funktioniert nicht." Sagt der Schaffner: "Sie müssen das Fenster oben (= eine winzige Luke, Anm.) zumachen." Macht der Schaffner die Luke zu - mit Schraubschlüssel. Wird es noch heißer. Geht die Klimaanlage trotzdem nicht. Schwitzen alle noch mehr. Kommt der Schaffner nach zwei Stunden nochmal vorbei. Sag ich zum Schaffner: "Könnten Sie das Fenster bitte wieder öffnen? Die Klimaanlage geht nämlich immer noch nicht." Hält der Schaffner die Hand an den Klimaanlagenspalt und sagt: "Doch. Die geht schon. Nur schwach." Sag ich: "Aber hier schwitzen alle." Sagt der Schaffner: "Die Anlage ist an, bei offenem Fenster geht sie ganz aus." Sag ich: "Aha. Man muss Prioritäten setzen. Die Menschen sind egal, die Technik ist wichtiger." Öffnet der Schaffner mit Schraubschlüssel die Luke. Kommt endlich (inzwischen sogar kühle Abend-)Luft.

Dienstag, 9. August 2011

mag / mag nicht

Mal abgesehen vom allgemeinen Gefällt-mir-Gefällt-mir-nicht-Boom mag ich Berlin unter anderem deswegen, weil man hier an ein und demselben Tag so viel sehen kann, was einem gefällt, und so viel, was einem nicht gefällt. (Für die Stilistiker: Wann immer hier von "man" die Rede ist, so ist, streng subjektivizistivistisch, nichts anderes gemeint als "ich", "ich" und "nochmal ich".)
Was zum Beispiel nicht gefällt, sind Leute, die ihre leere Bierflasche neben der Bank stehen lassen, auf der sie bis eben gesessen haben, und ihre Lethargie, was die Entsorgung angeht, auch noch mit soziobigotten Hinweisen auf die armen Obdachlosen, die sich dann freuen, schönfärben. Dass die ohne Zweifel wirklich arm drannen Obdach- bzw. Arbeitslosen ohnehin täglich, stündlich, (...) in den Mülleimern der Stadt wühlen, interessiert solche Leergutmenschen nicht. Es käme ihnen auch nicht in den Sinn, mal einen Fünf-Euro-Schein oder sowas in die Richtung in die leere Flasche zu stecken. Reicht ja schließlich, wenn man den Müll neben sich stehen lässt, den Müll, den die armen Penner gut gebrauchen können.
Was dann aber wieder gefällt, ist ein Rollstuhlfahrer auf der Kreuzung Bergmannstraße/Zossenerstraße, der in seinem vollmotorisierten Gefährt mitten auf der Fahrbahn sitzt, ganz offensichtlich geradeaus will und mit einer Geste irgendwo zwischen genervt-ungeduldig und großbürgerlich-lässig ein zögerlich entgegenkommendes Linksabbiegerauto weltmännisch durchwedelt.

Sonntag, 7. August 2011

anfangen und müßiggehen

Die Sprachspione fragen derzeit nach dem Zusammenhang zwischen Müßiggang und Laster und freuen sich über ideenreiche Antworten.

Mittwoch, 3. August 2011

Power (I've got the!)

Sollte das mit der Machtübernahme aus irgend welchen Gründen in absehbarer Zeit wider Erwarten doch nicht klappen, habe ich jetzt dank Eingebung einen Plan B: Ich werde "Gefällt mir"-Button-Klickerin. Ich lege mir einen "Social Media"-Account nach dem anderen zu und klicke bis zum Umfallen von morgens um acht bis abends um acht, und am Ende des Monats ernte ich ein erquickliches Klickhonorar, von dem ich mir einen Programmierer leiste, der mir eine Vorrichtung einrichtet, die das Ganze künftig automatisch macht - unter dem Siegel der Verschwiegenheit, versteht sich, denn würden meine Auftraggeber erfahren, dass ich während der hochpreisig abgerechneten Arbeitszeiten häkele, lese oder Plätzchen backe, anstatt zu klicken, wäre das natürlich ein Skandal, der mich nicht nur Kopf und Kragen kosten würde, sondern vermutlich auch schlagartig alle Kunden, vergangene wie künftige. Selbstverständlich würde es nicht lange dauern, und mein Klickservice-Geschäft würde auch den internationalen Markt beherrschen, weswegen ich dank leo.org neben "Gefällt mir" auch "Like", "Mi piace" und "Ça me plaît" anbieten würde. Der Börsengang wäre eine Frage der Zeit, und weil die bekanntlich Geld ist, von dem ich ja schließlich dank polyglotter Klickmaschine genug hätte, würde sich die Frage der Zeit ratzfatz entkrümmen und zum Ausrufezeichen aufrichten, das fortan und für alle Zeit die Weltherrschaft innehat.

Bodi Bill im Interview

Bewundernswert auskunftbereit sind Bodi Bill im Interview mit MTV.